Aus den Betrieben VW-Logistiker TSL auf dem Weg zum Tarifvertrag

Gute Nachrichten bei Logistikdienstleister TSL: Nach der Gründung eines Betriebsrats Ende 2023 macht sich die kleine, sehr gut organisierte und ordentlich kampfbereite Belegschaft auf den Weg zum ersten Tarifvertrag.

Der Betriebsrat von Logistikdienstleister TSL

10. Oktober 2024 10. Oktober 2024


Es hat einige Zeit gedauert, bis sich die Kolleginnen und Kollegen beim Logistikdienstleister Transport Service Logistik GmbH (TSL) auf den Weg gemacht haben, endlich etwas an ihren Arbeitsbedingungen zu ändern und für sich die selben Konditionen wie am Standort Leipzig einzufordern. Aber seitdem die Beschäftigten in Zwickau-Mosel im vergangenen Jahr losgelaufen sind, geht es Schlag auf Schlag!

Innerhalb kürzester Zeit super organisiert, dann im Handumdrehen einen Betriebsrat gegründet und nun schon den ersten Tarifvertrag fest im Visier. In Anlehnung an andere Kontraktlogistiker und den TSL-Standort Leipzig steigen zukünftig die Entgelte - derzeit laufen die Vorbereitungen für den Manteltarifvertrag und die Eingruppierung nach ERA.

Außerdem kommt die 35-Stunden-Woche! In einem ersten Schritt wurde die Arbeitszeit bereits von 40 auf 39 Wochenstunden abgesenkt. Bis Mitte 2026 sollen es 35 Stunden bei vollen Lohnausgleich sein.

Erstmalig gibt es in diesem Jahr Jahressonderzahlungen. Zudem haben die rund 70 Kolleginnen und Kollegen für 2024 die volle Inflationsausgleichsprämie erhalten. Und eine weitere tolle Nachricht: Ab 2025 gibt es 30 Tage Urlaub für alle!

Der Logistikdienstleister TSL ist auf dem Werksgelände von Volkswagen angesiedelt und sorgt dafür, dass die produzierten Fahrzeuge für den Abtransport via Schiene auf Züge verladen werden. Selbstverständlich unterstützen die Kolleginnen und Kollegen von TSL solidarisch die IG Metall Aktionen rund um Fahrzeugbauer Volkswagen, denn klar ist: Auch das Schicksal dieses Dienstleisters hängt am VW-Werk.

Unabhängig davon können sich diese ersten Erfolge mehr als sehen lassen, findet Thomas Knabel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau. "Das war unser gemeinsames Ziel: Die TSL-Beschäftigten sollten nicht länger unter dem Niveau der Kontraktlogistiker rund um das VW-Fahrzeugwerk Zwickau arbeiten und auch keine Schlechterstellung mehr zur TSL-Belegschaft in Leipzig erfahren.“

Wir halten euch auf dem Laufenden über den Fortgang der Tarifbindung bei TSL am Standort Mosel. Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Leipzig, wo die Beschäftigten dieselbe Aufgabe für das dort ansässige BMW-Werk übernehmen.