„Ein ganzer Tag Produktionsausfall, das ist ein deutliches Zeichen der Beschäftigten! Die Geschäftsführung in Schneeberg eskaliert den Konflikt aus unserer Sicht unnötig weiter. Statt sich endlich an den Verhandlungstisch zu setzen, wird sich eingemauert. Das ist auch eine Ohrfeige für die Kolleginnen und Kollegen vor Ort, die nur ihr gutes und legitimes Recht einfordern. Die Geschäftsführung verspielt hier viel Vertrauen, aber unsere Hand bleibt ausgestreckt“, so Florian Hartmann, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau und IG Metall Verhandlungsführer.
Die ganztägige Arbeitsniederlegung stellt eine deutliche Eskalation im Vergleich zum einstündigen Warnstreik am 25. März dar. Der Auseinandersetzung vorausgegangen waren mehrere betriebliche Aktionen sowie mehrfache Aufforderungsschreiben und Gesprächsangebote.
„Mit der ganztägigen Arbeitsniederlegung wollten wir der Geschäftsführung am Standort Zeit einräumen, ihr Verhalten zu reflektieren. Zugleich ist deutlich geworden, dass sich die Belegschaft nicht von ihrem Kurs abbringen lässt und geschlossen hinter ihrer Forderung nach einem Tarifvertrag steht. Jetzt ist es an der Geschäftsführung sich endlich zu bewegen und weitere Eskalationen zu vermeiden“, ergänzte der zuständige IG Metall Sekretär Stefan Fischer.
Zwischenzeitlich wurde der Konflikt auch vom MDR aufgegriffen, da er exemplarisch für die immer noch zwischen Ost- und Westdeutschland bestehende Ungerechtigkeit der fehlenden Angleichung der Lebensbedingungen steht. Die Tarifbindung ist in den ostdeutschen Bundesländern im Bundesvergleich noch immer deutlich niedriger. Unternehmen wie KEB Antriebstechnik, die an ihrem Stammsitz im nordrhein-westfälischen Barntrup Tarifverträge als selbstverständlich akzeptieren und sich zugleich am ostdeutschen Standort in Schneeberg kategorisch dagegen sperren, stehen exemplarisch für dieses Problem.
Den Beitrag des MDR gibt es hier:
Lohn nach Tarif nur im Westen: Erster Streik im KEB Schneeberg. Was hat es gebracht? | MDR.DE