ie ermöglicht Beschäftigten, direkt die Menschen zu wählen, die für sie im Betriebsrat Verantwortung übernehmen sollen – transparent, nachvollziehbar und nah an der Belegschaft. Als eure Gewerkschaft ist es unsere Aufgabe, die engagierten Metallerinnen und Metaller durch unseren Vorschlag zu unterstützen und damit klar zu zeigen, wer zur Solidargemeinschaft steht und sich durch anhaltende Arbeit verdient gemacht hat.
Gute Praxis: Ein gemeinsamer Wahlvorschlag aller aktiven IG‑Metallerinnen und -Metaller
In zahlreichen Betrieben hat sich über viele Jahre hinweg eine bewährte Praxis entwickelt:
Die IG Metall führt einen gemeinsamen Wahlvorschlag, auf dem alle Kolleginnen und Kollegen vertreten sind, die sich zur Kandidatur bereit erklärt haben und die sich bereits zuvor als aktive Gewerkschaftsmitglieder im Betrieb engagiert haben.
Diese gemeinsame Liste hat zwei große Vorteile:
- Verlässliche Identifikation: Beschäftigte wissen, dass die Kandidierenden nicht nur im Wahlkampf sichtbar sind, sondern sich auch im Alltag und in ihrer Freizeit dauerhaft für die Interessen der Belegschaft stark machen.
- Persönliche Entscheidung: Bei einer Persönlichkeitswahl können Beschäftigte ihre Stimmen direkt einzelnen Personen geben – unabhängig vom Listenplatz. Das ermöglicht echte Auswahl: Wer überzeugt, wird gewählt.
Was passiert, wenn mehrere Listen eingereicht werden?
Wird zusätzlich zur IG‑Metall‑Liste mindestens eine weitere Vorschlagsliste eingereicht, entfällt automatisch die Persönlichkeitswahl. In diesem Fall haben Beschäftigte nur eine Stimme – für eine Liste, nicht mehr für einzelne Personen. Das bedeutet:
- Der direkte Einfluss auf die Zusammensetzung des Betriebsrats geht verloren.
- Die Wahl wird stärker formalisiert und weniger persönlich.
- Beschäftigte müssen sich für „Listen“ entscheiden, statt für Kolleginnen und Kollegen.
Unsere Erfahrungen aus vielen Betrieben zeigen: Mehrere konkurrierende Listen führen häufig zu Spaltung statt zu gemeinsamer Interessenvertretung.
Warum entstehen zusätzliche Listen – und welche Risiken birgt das?
Die Hintergründe für zusätzliche Listen sind sehr unterschiedlich. Aus unseren Erfahrungen im Bezirk lassen sich jedoch einige typische Muster erkennen:
➤ Listen mit Unterstützung des Arbeitgebers
In manchen Fällen entstehen Listen, die von Arbeitgebern oder einzelnen Führungskräften unterstützt werden – teils offen, teils verdeckt. Ziel ist es häufig, arbeitgeberfreundliche Personen in den Betriebsrat zu bringen und Mitbestimmung zu schwächen.
➤ Listen mit parteipolitischer oder externer Einflussnahme
Es gibt auch Fälle, in denen Gruppen oder Organisationen versuchen, betriebliche Interessenvertretung für politische Programme oder Ideologien zu instrumentalisieren. Das erzeugt Konflikte in der Belegschaft und nützt am Ende meist nur dem Arbeitgeber.
➤ Listen aus persönlichem Kalkül
Mitunter schließen sich Beschäftigte zu eigenen Listen zusammen, weil sie fürchten, in einer Persönlichkeitswahl nicht genügend Stimmen zu erhalten.
Das Ziel ist dann oft ein persönlicher Vorteil – auf Kosten der Möglichkeit aller anderen, individuell zu wählen.
Die Folge ist immer dieselbe: Die Belegschaft verliert die Persönlichkeitswahl – und damit die demokratischste Form der Mitbestimmung.
Für uns klar: Die stärkste Vertretung entsteht durch gemeinsames Handeln.
Viele Beispiele aus den Betrieben unseres Bezirks belegen:
Wenn die Belegschaft geschlossen auftritt, entstehen starke Betriebsräte, die sich wirksam für gute Arbeitsbedingungen, sichere Arbeitsplätze und faire Lösungen einsetzen können.
Deshalb lautet unser Appell:
Engagiert euch in eurer IG Metall.
Unterstützt diejenigen, die sich – im Betrieb und darüber hinaus – dauerhaft für euch einsetzen.
Eine geeinte Belegschaft stärkt die Interessen aller Beschäftigten. Ein geeinter Wahlvorschlag lässt die Wählerinnen und Wähler entscheiden. Und eine starke Persönlichkeitswahl stärkt die betriebliche Demokratie. Unterstützt eure Kolleginnen und Kollegen auf der IG Metall-Liste.