„Mit dreisten Anschuldigungen gegen einen IG Metall-Kollegen hat Tesla-Geschäftsführer André Thierig direkt vor der Betriebsratswahl eine Schmutzkampagne losgetreten. Jetzt steht fest: Alle Vorwürfe waren falsch. Hier hat eine Unternehmensleitung mit falschen Vorwürfen in eine Betriebsratswahl eingegriffen", kommentiert IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto das Ergebnis der Ermittlungsbehörden.
Am 10. Februar, drei Wochen vor der Betriebsratswahl bei Tesla, sorgte eine Betriebsratssitzung für massiven Wirbel in der Öffentlichkeit und bei den 10.700 Beschäftigten in Grünheide. Auf der Sitzung beschuldigte ein Betriebsrat der Arbeitgeber-Faktion den als Gast geladenen IG Metaller-Vertreter, die Sitzung mit einem Laptop aufgezeichnet und damit eine Straftat begangen zu haben. Die ebenfalls zur Arbeitgeber-Fraktion gehörende Betriebsratsvorsitzende Michaela Schmitz rief daraufhin den Werkschutz und später die Polizei. Diese beschlagnahmte den Laptop, um die Vorwürfe aufzuklären. Bereits wenige Stunden später schlachtete Tesla-Geschäftsführer André Thierig den vermeintlichen Vorfall aus und schrieb in einer E-Mail an alle Beschäftigten: „Externer IG Metall-Vertreter zeichnet heimlich Betriebsratssitzung auf. Polizei beschlagnahmt Computer“.
Keine Tatsachen, sondern falsche Behauptungen
Der Tesla-Geschäftsführer stellte also als Tatsache dar, was eine völlig haltlose und falsche Beschuldigung war. Die Ermittlungsbehörden haben bei ihren Untersuchungen des Laptops keine Aufzeichnung und keine Audio-Datei der Betriebsratssitzung gefunden. Dabei haben sie das Gerät umfassend und gründlich geprüft.
Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen: „Falsche Vorwürfe haben eine große, möglicherweise entscheidende Rolle bei der Tesla-Betriebsratswahl gespielt. Die IG Metall-Kandidatinnen und Kandidaten von der Gruppe „IG Metall – Tesla Workers GFBB“ sind mit einem starken Programm für bessere Arbeitsbedingungen in der Gigafactory angetreten. Am Ende ging es aber nicht mehr darum, sondern um falsche Beschuldigungen und eine schmutzige Kampagne. Deutlicher kann ein Konzern nicht machen, dass er Demokratie im Betrieb und Mitbestimmung nicht akzeptiert und jederzeit bereit ist, alle Grenzen zu überschreiten.“
IG Metall ficht Betriebsratswahl an
Die IG Metall hat bereits einen Antrag beim Arbeitsgericht Frankfurt/Oder eingereicht, um die Betriebsratswahl anzufechten.