Veranstaltung Debatte um Wehrpflicht und Rüstungsproduktion

Unter der Überschrift "Wir müssen reden" diskutierten am Mittwoch Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter über das Pro und Contra von Aufrüstung und Wehrpflicht. Angesichts der aktuellen Entwicklung und Sorgen um die Zukunft gingen die Meinungen über Lösungswege teilweise weit auseinander.

Gewerkschaftshaus Zwickau


In Kooperation mit dem DGB Südwestsachsen hatte die IG Metall Zwickau am Dienstag, 30. Juni unter der Überschrift "Wir müssen reden: Diskussion zu Wehrpflicht und Aufrüstung - ist das unsere Zukunft?!" ins Gewerkschaftshaus eingeladen. 

In der Gesprächsrunde ging es um Fragen wie: Ist es richtig, eine freiwillige Wehrplicht einzuführen oder wird so die Militarisierung der Gesellschaft vorangetrieben? Kann Rüstungsproduktion wirklich eine Alternative für die von Arbeitsplatzabbau bedrohte Automobilindustrie sein oder bereiten wir damit den Krieg vor?

Unterschiedliche Perspektiven und Statements gab es dabei von Klaus Kaiser (Militärpfarrer aus Dresden) und Robin (Aktiv gegen Wehrpflicht, Zwickau). Moderiert wurde das Gespräch von Alrun Fischer (Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Zwickau). Udo Strewe, engagierter Gewerkschafter aus Zwickau, hatte sich sehr für einen Austausch zum Thema eingesetzt.

Die anwesenden Interessierten diskutierten ihre teils kontroversen Ansichten, beispielsweise: Ist der Kampf um Arbeitsplätze und gegen Rüstungsproduktion ein Widerspruch? Ist es sinnvoll, kriegstüchtig zu werden, oder sollten alle Waffen abgelegt werden? Und: Welche Lehren ziehen wir aus den grausamen Ereignissen zweier verheerender Weltkriege? Können die Friedensinitiativen im Rahmen des Vietnamkrieges beispielhaft sein für das Engagement zur Beendigung von Kriegen? 

Die anwesenden Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben der Region betonten zudem, wie wichtig es ist, diese Diskussion gerade im Betrieb zu führen - auch wenn das durchaus widersprüchlich ist. Das Problem aus Sicht der Anwesenden: Die Frage nach Wehrpflicht und Aufrüstung werde allzu oft nur anhand von Ja-Nein diskutiert und viele Beschäftigte denken, man müsse sich zwischen Arbeitsplatz und Rüstungsproduktion entscheiden.

Deutlich wurde, dass der Wunsch nach Frieden allen Teilnehmenden sehr wichtig ist. Auf der Suche nach dem „richtigen Weg“ kamen die Anwesenden wiederum zu unterschiedlichen Einschätzungen. Die Gesprächsrunde förderte das Kennenlernen und die Zusammenarbeit von Gruppen, die bislang zum Teil eher nebeneinander agierten. Die Gäste nahmen das Gesprächsformat sehr gut an und wünschten sich eine Fortführung; nicht zuletzt wegen der nicht abnehmenden Relevanz der Thematik.

Zudem wurde auf die Initiative "Schüler gegen Wehrpflicht" hingewiesen, die zum Weltfriedenstag am 1. September in Zwickau zu einer Mitmach-Aktion aufruft. Weitere Infos folgen. 

In Kooperation mit dem DGB Südwestsachsen