Volkswagen "Nicht mit uns!" Protestaktion am VW-Werk und beim VW Bildungsinstitut

Zeitgleich mit allen anderen Volkswagen-Standorten haben die Beschäftigten des VW-Fahrzeugwerks Zwickau und des Volkswagen Bildungsinstituts Zwickau am Donnerstag Flagge gezeigt: „Nicht mit uns!“ lautete die klare Botschaft.

Protestaktion VW-Werk Zwickau


Zeitgleich mit allen anderen Volkswagen-Standorten haben die Beschäftigten des VW-Fahrzeugwerks Zwickau und des Volkswagen Bildungsinstituts Zwickau am Donnerstag Flagge gezeigt: „Nicht mit uns!“ lautete die klare Botschaft. Damit wehren sie sich geschlossen gegen die Kahlschlagsfantasien des VW-Vorstands, die über Medienberichte öffentlich geworden sind. Im Raum steht ein weiterer massiver Abbau von Arbeitsplätzen und die Schließung mehrerer deutscher Werke. Das Management selbst hat sich gegenüber der Belegschaft dazu bisher nicht geäußert, ließ die Medienberichte aber unkommentiert.

„Gerade dieses Schweigen des Vorstands wirkt wie ein Gift und lässt viel Raum für Spekulationen in einer ohnehin schon als sehr unsicher empfundenen Zeit, in der die Kolleginnen und Kollegen vor allem klare Antworten bräuchten“, sagte Thomas Knabel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau am Rande der Protestaktion vor dem Werkstor in der Glauchauer Straße. „Sollten sich die öffentlich gewordenen Pläne des Managements bewahrheiten, wäre das ein Angriff auf unsere gesamte Region, den wir nicht unwidersprochen hinnehmen werden.“

Proteste am Werk und beim Volkswagen Bildungsinstitut

In Zwickau beteiligten sich mehrere hundert IG Metall-Vertrauensleute und Betriebsräte lautstark an dem Protest. Auch Betriebsräte und Vertrauensleute von Zulieferbetrieben der Region standen Seite an Seite mit den VW-Beschäftigten am Werkstor. Darüber hinaus hatten sich Vertrauensleute von Opel Eisenach auf den Weg gemacht.

Am Volkswagen Bildungsinstitut Zwickau wurde ebenfalls deutlich, dass sich die Kolleginnen und Kollegen gegen die Pläne des Managements zur Wehr setzen werden. Unterstützung gab es hier von Vertrauensleuten des Batterieherstellers Clarios.

VW-Vorstand soll endlich vor Belegschaft treten 

Die IG Metall fordert vom Volkswagen-Vorstand um Oliver Blume, sich endlich gegenüber der Belegschaft zu erklären. Das anhaltende Schweigen der Konzernspitze schüre zusätzliche Verunsicherung in ohnehin turbulenten Zeiten – zumal mit Blick auf Sommerferien, Urlaubszeit und dem vielerorts anstehenden Werksurlaub. Diese Unklarheit ist den Beschäftigten gegenüber schlicht eine Zumutung.

In den Marken getrennt, im Zusammenhalt geeint: Die IG Metall kündigte an, den Druck in der zweiten Jahreshälfte notfalls weiter zu erhöhen, sollte der Vorstand an seinen Plänen festhalten. Die bisherigen Protestaktionen dürften dann erst der Auftakt gewesen sein.

Wichtiger Hinweis: Es handelt sich bundesweit um Aktionen der Vertrauensleute und Betriebsräte der IG Metall. Es sind Informations- oder Protestveranstaltungen und keine Warnstreiks – sowohl im Haustarifvertrag der Volkswagen AG sowie auch in der Metall- und Elektroindustrie befindet man sich gegenwärtig in der Friedenspflicht.