Tarifrunde Metall und Elektro Preise hoch, Löhne auch: Beschäftigte der Region im Warnstreik

Die Kolleginnen und Kollegen in den Industriebetrieben der Region waren heute an fünf Standorten im Warnstreik. Den Anfang machte am Morgen die Belegschaft des Batterieherstellers Clarios in Zwickau, dann ging es weiter an den beiden Mahle Standorten. Auch zwei Zulieferer traten in den Ausstand.

Tarifrunde M+E 2026 Warnstreik Motherson und Radsystem

3. November 2026 3. November 2026


Die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie von Berlin, Brandenburg und Sachsen gehen mit hoher Beteiligung weiter. Seit Beginn der Warnstreiks sind bis zum Dienstagnachmittag bereits rund 4.500 Beschäftigte in der Region in den Ausstand getreten. Am heutigen Dienstag rollte die Warnstreikwelle auch durch Betriebe unserer Region.

Bei einer gemeinsamen Kundgebung in Berlin sprach Jan Otto am Dienstag vor Beschäftigten verschiedener Siemens-Standorte sowie unter anderem von BMW, Osram, BSH, Ushio und Rhenus. 

Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen: „Der heutige Warnstreiktag ist ein Kampftag, mit dem wir uns wehren: Auf unsere mehr als moderate Forderung haben wir von den Arbeitgebern ein knallhartes Minusangebot als Antwort bekommen. Gleichzeitig führen sie eine absurde Diskussion darüber, dass die Beschäftigten zu krank, nicht leistungsbereit und für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich seien. Dabei schaffen die Kolleginnen und Kollegen jeden Tag den Wohlstand unserer Gesellschaft. Und sie halten mit ihrem Konsum die Wirtschaft am Laufen. Unsere Forderung nach 5 Prozent mehr Entgelt ist angesichts der drastischen Preissteigerungen zum Beispiel für Lebensmittel, Benzin und Mieten nur angemessen und fair.“

Die Arbeitsniederlegungen werden in den kommenden Tagen in diversen Betrieben in Berlin, Brandenburg und Sachsen fortgesetzt. Auch bei uns in der Region wird es weitere Warnstreiks geben. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Einen Überblick über die Tarifbewegung sowie einen Tarif Ticker gibt es HIER. 

 

Zum Hintergrund

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie 5 Prozent mehr Entgelt für 12 Monate. Zudem will sie in den Verhandlungen über die Absicherung der Arbeitsplätze und Standorte, über eine tarifliche Gewinnbeteiligung sowie eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen sprechen.

In den Tarifverhandlungen vor Ende der Friedenspflicht schlugen die Arbeitgeber Ende Oktober vor, trotz der hohen Inflation die Entgelte im Jahr 2027 gar nicht zu erhöhen und im Juli 2028 um gerade einmal 1,3 Prozent anzuheben. Für das nächste Jahr ist lediglich eine geringe Einmalzahlung vorgesehen.

Die Verhandlungen sollen ab Donnerstag in die dritte Runde gehen. Den Anfang macht Baden-Württemberg.