Metall- und Elektroindustrie 2026 Stillstand bei den sächsischen Arbeitgebern – Bewegung vor der Tür

Während die Arbeitgeber zum Auftakt der M+E-Tarifverhandlungen in Sachsen weder eigene Vorschläge noch ein Angebot vorlegen, machen die Beschäftigten vor dem Verhandlungslokal in Chemnitz Druck. Symbolisch bringen die Metallerinnen und Metaller eine Mauer aus Belastungen zu Fall.

Verhandlungen Chemnitz

14. Oktober 2026 14. Oktober 2026 MR


Keinen Zentimeter Bewegung im Verhandlungsraum, dafür umso mehr Schwung vor der Tür: So ist die Tarifrunde für die Beschäftigten der sächsischen Metall- und Elektroindustrie am Mittwoch in Chemnitz gestartet. Während die Arbeitgeber beim ersten Aufeinandertreffen weder eigene Vorschläge noch ein Angebot vorlegten, machten die Metallerinnen und Metaller vor dem Verhandlungslokal deutlich, was sie von dieser Tarifrunde erwarten.

Gemeinsam stärkten sie der IG Metall-Verhandlungskommission den Rücken und verliehen ihren Forderungen lautstark Nachdruck. Im Zentrum der Aktion stand eine Mauer aus Paketen, die Beschäftigte aus den Betrieben nach Chemnitz mitgebracht hatten. Die Pakete standen für die Belastungen, mit denen sich die Kolleginnen und Kollegen herumschlagen müssen: hohe Preise, Verlagerungsandrohungen, Mehrarbeit und die wachsende Sorge um ihre Zukunft. Dem gemeinsamen Ansturm der weit über 100 Beschäftigten hielt die Mauer vor dem Verhandlungslokal nicht stand.

Im Verhandlungsraum fehlte dieser Schwung auf Arbeitgeberseite. Die erste Tarifverhandlung für Sachsen endete ohne Gegenangebot zu unserer Forderung nach 5 Prozent mehr Entgelt.

Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen und Verhandlungsführer für Sachsen, kritisierte die Haltung der Arbeitgeber: „Die Arbeitgeber müssen jetzt rasch konkrete Lösungen auf den Tisch legen. Es ist enttäuschend, dass sie dazu beim Auftakt nicht bereit waren.“

Neben 5 Prozent mehr Entgelt für zwölf Monate geht es in dieser Tarifrunde um die Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten. Außerdem sprechen wir mit den Arbeitgebern über eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte und Auszubildende in wirtschaftlich besonders erfolgreichen Betrieben sowie nach einer sozialen Komponente zur Stärkung der unteren Entgeltgruppen.

Die nächste Gelegenheit, sich zu bewegen, haben die sächsischen Arbeitgeber am 27. Oktober 2026. Dann kommen beide Seiten zur zweiten Tarifverhandlung für Sachsen zusammen. In Berlin und Brandenburg werden die Verhandlungen am 29. Oktober 2026 um 13 Uhr im Relaxa Hotel in Berlin fortgesetzt.



Pressemitteilung 1. Tarifverhandlung M+E-Industrie Sachsen