Erneut wird bei einem Unternehmen mit Standorten in Ost- und Westdeutschland mit zweierlei Maß gemessen.
Nach massivem Druck der IG Metall hat das Volkswagen-Management sich bereit erklärt, die Tarifverhandlungen, welche ursprünglich erst im Oktober starten sollten, bereits im September aufzunehmen. Konkret findet die erste Verhandlungsrunde am 25. September in Hannover statt.
Die Ankündigung des VW-Vorstandes, Standortschließungen nicht auszuschließen und die Beschäftigungssicherung aufkündigen zu wollen, hat zu Wochenbeginn hohe Wellen geschlagen.
Die IG Metall hat VW davor gewarnt, die Tarifverträge für VW Sachsen zu kündigen. Entsprechende Drohungen hat der Vorstand in einer Mitteilung an die Beschäftigten ausgesprochen.
Eine Region steht zusammen, der breite Widerstand wächst: Ein 3-Minuten-Videofilm der IG Metall Zwickau bringt die aktuelle Stimmung und Situation in den Zulieferbetrieben der Automobilindustrie auf den Punkt.
Derzeit schaut die ganze Region vor allem auf Volkswagen. Aber auch in anderen Betrieben brennt die Luft. Bei Joyson Safety Systems in Elterlein sind die Beschäftigten heute kurzentschlossen in den Warnstreik gegangen, nachdem die gestrigen Tarifverhandlungen erneut kein Ergebnis gebracht haben.
Wie bekommt man Tariflöhne, was braucht es dafür? Wie funktioniert das mit so einem Tarifvertrag? Wir waren heute bei einer Vor-Tor-Aktion bei Metalltechnik Annaberg, um die Kolleginnen und Kollegen über ihre Möglichkeiten und Rechte zu informieren.
Die Entgelt-Tarifrunde, die im Oktober starten sollte, ist nun auf Druck der IG Metall vorgezogen worden. Alle Beschäftigten brauchen Klarheit. Massenentlassungen sowie Standortschließungen müssen vom Verhandlungstisch genommen werden.
Weiter kein Durchatmen für die Volkswagen-Beschäftigten: Auch die dritte Tarifverhandlung zwischen IG Metall und Volkswagen AG brachte am Donnerstag keinen Durchbruch.
Für gewöhnlich finden Konzerte in den Herrenhäuser-Gärten statt, am Mittwoch gab es allerdings ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert vor dem Schloss in Hannover: Mehr als 3000 Metallerinnen und Metaller zeigten dem Top-Management Volkswagens, was sie von dessen geplanten Streichorgien halten.